Linoleum Vorteile und Nachteile

Linoleum ist, was vielen nicht bewusst ist, ein natürlicher Bodenbelag. Dieser umweltfreundliche Belag ist dabei sehr versatil und vielfältig einsetzbar. Welche Vorteile und Nachteile Linoleum mit sich bringt und ob es auch Nachteile gibt, zeigen wir Ihnen im folgenden Beitrag auf. In einem vorherigen Beitrag haben wir die allgemeinen Eigenschaften von Linoleum behandelt.

Die Neuentdeckung von Linoleum

Linoleum wurde bereits 1860 entdeckt – und das per Zufall. Frederick Walton, ein englischer Chemiker beobachtete während seiner Arbeit, dass Leinöl in Kontakt mit Sauerstoff chemisch reagierte und sich zu einer gummiartigen Masse veränderte. Eben diese Masse ließ er unter dem Namen “Linoxin” patentieren und setzte sie zur Herstellung von Bodenbelägen ein.

Während sich Linoleum bis zu den 60er Jahren zum Liebling vieler Haushalte und Gebäude entwickelte, wurde es durch die Entdeckung von Vinyl in den eben diesem Jahrzehnt von seinem Thron gestoßen und geriet etwas in Vergessenheit.

Doch einmal mehr beweist sich, dass Durchhaltevermögen sich auszahlt. Denn heutzutage erlebt Linoleum ein Revival, besonders aufgrund seiner Umweltfreundlichkeit. Doch nicht nur das, Linoleum bietet einige weitere Vorteile.

Natürlich, belastbar und vielseitig einsetzbar

In vielen Köpfen sind Linoleum und Vinyl ein und dasselbe. Doch weit gefehlt: Während Vinyl ein künstlich hergestelltes Produkt ist und zu 100% aus dem Kunststoff Polyvinylchlorid besteht, handelt es sich bei Linoleum um ein natürliches Produkt. Denn Linoleum besteht, wie es der Name schon verrät, hauptsächlich aus Leinöl, gemischt mit Jute und Korkmehl. Je nach Variante kommen noch Holzmehl, Kalkstein und verschiedene Naturharze sowie Farbstoffe dazu. Eben diese Natürlichkeit ist auch zugleich einer der großen Vorteile dieses Bodenbelags. Weitere Vorteile von Linoleum sind:

  • Fungizide Wirkung: Linoleum bzw. das darin enthaltene Leinöl wirkt fungizid. Dies bedeutet, dass der Rohstoff pilztötend und antibakteriell ist. Davon profitieren besonders auch Allergiker*innen.
  • Unempfindlich gegenüber Chemikalien: Hinzu kommt, dass Linoleum als Bodenbelag sehr unempfindlich gegenüber vielen verschiedenen Chemikalien ist. Dies kombiniert mit der fungiziden Wirkung macht Linoleum zum idealen Bodenbelag für Krankenhäuser, Kinderkrippen und auch Schulen.
  • Glatte, pflegeleichte Oberfläche: Linoleumböden sind sehr glatt und damit auch sehr leicht zu reinigen. Sie weisen keine Fugen oder Rillen auf und sind somit sehr pflegeleicht.
  • Hohe Widerstandsfähigkeit: Ein weiterer Vorteil von Linoleumböden liegt darin, dass sie sehr elastisch und widerstandsfähig sind. Trotz wiederkehrender Belastungen bleiben sie lange unbeschädigt und schön. Selbst nach starker Belastung verhilft ihnen die Elastizität innert kürzester Zeit wieder ihre ursprüngliche Form anzunehmen. Standschäden sind somit nichts, worüber Sie sich bei Linoleum Gedanken zu machen brauchen.
  • Sicherer Untergrund: Linoleum ist als Material sowohl wärmedämmend als auch rutschfest. Insbesondere auch in Kombination mit einer Fußbodenheizung können Sie somit einen angenehm warmen Boden genießen, auf dem das Ausrutschen keine Ihrer Sorgen sein muss. Ebenfalls ein Sicherheitsaspekt ist, dass Linoleum nur schwer entflammbar ist. Damit sorgen Sie auch für den Fall eines Feuers für eine erhöhte Sicherheit.

Linoleum – nur Vorteile oder auch Nachteile?

Nachdem wir uns nun mit den vielen verschiedenen Vorteilen von Linoleum als Bodenbelag beschäftigt haben, steht die Frage nach möglichen Nachteilen im Raum. Gibt es die und wenn ja, welche sind es?

  • Nicht für Feuchträume geeignet: Sehr ähnlich wie auch Holzboden quillt auch Linoleumboden bei Nässe und Feuchtigkeit auf. Dies hat zur Folge, dass er sich nicht für das Verlegen in Räumen eignet, die oft feucht oder gar nass werden, so zum Beispiel Bäder.
  • Zu Beginn starker Eigenduft: Ebenso wie die meisten natürlichen Rohstoffe, hat auch Linoleum grundsätzlich einen Eigenduft. Direkt nach dem Verlegen werden die entsprechenden Räume daher stark nach Linoleum duften. Dabei ist dieser Geruch jedoch nicht gefährlich und verschwindet mit der Zeit auch.
  • Farbveränderung über die Zeit: Über die Zeit kann sich Linoleumbelag farblich verändern. Dabei spricht man im Fachjargon von einem sogenannten “Reifeschleier”. Wenn Sie den Bodenbelag jedoch nicht direkter Sonneneinstrahlung aussetzen, können Sie diesem Prozess entgegenwirken bzw. den Prozess auch umkehren.
  • Nicht Lauge-verträglich: Wie bereits erwähnt, ist Linoleum recht unempfindlich gegenüber Chemikalien. Alkalische Mittel hingegen, wie zum Beispiel Lauge, vertragen sich jedoch nicht mit Linoleumbelägen.

Linoleum – sinnvoll und optisch attraktiv

Alles in allem können wir festhalten, dass es sich bei Linoleumbodenbelägen um eine durchaus sinnvolle und auch attraktive Wahl für Ihre Räume handelt. Besonders die Zusammensetzung aus natürlichen Materialien spricht für sich. Doch auch in punkto Kriterien der Inneneinrichtung ist Linoleum durchaus überzeugend. Natürlich hat auch Linoleum Vorteile und Nachteile, aber kein Bodenbelag kann nur mit Vorteilen glänzen.

Denn Linoleum kann ohne Weiteres mit verschiedenen Farben gemischt werden und so eine Vielzahl von Mustern und Farbstilen entstehen lassen. Daher verwundert es auch nicht weiter, dass sich dieser natürliche Bodenbelag erneut immer größerer Beliebtheit erfreut und sowohl im Privat- als auch im geschäftlichen Bereich oft zur Verwendung kommt. Dass Linoleumbodenbeläge zudem sehr pflegeleicht sind und antibakteriell wirken, erhöht in Zeiten zunehmender Allergiebefunde und dem erhöhten Bedürfnis nach Hygiene die Beliebtheit dieser Art des Bodenbelags nur noch weiter.

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